Abschiebung eines afghanischen Schülers aus einer Nürnberger Berufsschule

Während uns am Vormittag eine Meldung über einen Anschlag nahe der deutsche Botschaft in Kabul erreichte, wurde fast zeitgleich ein afghanischer Schüler aus einer Nürnberger Berufsschule im Unterricht von der Polizei abgeholt. Die Mitschülerinnen und Mitschüler konnten die Verhaftung trotz heftiger Proteste nicht verhindern.

Bis zu 300 Personen sollen an dem Protest teilgenommen haben. Die Polizei setzte Pfefferspray und Trennstöcke ein. Neun Beamte wurden verletzt, einer von ihnen verlor einen Zahn bei dem Einsatz. (Foto: Michael Matejka/dpa)

Weitere Infos findet ihr hier:
http://sz.de/1.3529011

Auf der Landesschülerkonferenz Ende März wurde fast einstimmig ein Beschluss gegen die Abschiebung von Schülern und Auszubildenden verabschiedet. Dass es nun wirklich zum befürchteten Szenario gekommen ist, löst in Schülerkreisen erschütternde Reaktionen aus. Die Schülerinnen und Schüler vor Ort haben mit ihrem mutigen Widerstand ein klares Zeichen gegen die Abschiebung junger Menschen gesetzt. Auch wir fordern ein Bleiberecht für Schüler und Auszubildende. Dass hier nicht davor zurückgeschreckt wird, direkt in den Schulalltag einzugreifen und man offenbar wenig über die Konsequenzen und Signale des heutigen Einsatzes in Nürnberg nachgedacht hat, ist schlichtweg inakzeptabel.

Unser Signal ist klar
Aufstehen. Laut werden. Nein Sagen. Keine Schüler und Auszubildende abschieben. Perspektiven schaffen.