Klausurtagung der Bundesschülerkonferenz

Vom 27. bis 28. Juni fand in Berlin die zweitägige Klausurtagung der
Bundesschülerkonferenz statt. Aus dem gesamten Bundesgebiet kamen Schülerinnen und Schüler zusammen, um sich über Digitalsierungsstrategien an Schulen, Berufsorientierung,
internationale Vernetzung und Bildung für nachhaltige Entwicklung auszutauschen und gemeinsame Forderungen zu entwickeln. Am Samstagabend haben wir im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter der Fragestellung “Was kann Schule aus Corona lernen?” mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Brandenburg, Margit Stumpp, Dr. Stefan Kaufmann, Marja-Liisa Völlers und Dr. Götz Frömming über die Situation der Digitalisierung der Schule vor und während der Corona-Krise diskutiert.

Impressionen von der Podiumsdiskussion am Samstag

Digitalisierung nach vorne bringen
An vielen Schulen bundesweit fehlt es derzeit an der nötigen digitalen Infrastruktur. Des Weiteren wird aktuell nicht sichergestellt, dass jeder Schüler digital erreicht werden – und digital am Unterricht teilhaben kann. Die Bundesschülerkonferenz fordert deshalb die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für digitale Endgeräte sowie eine Modernisierung und
einen Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen und Lernorten. “Die Umsetzung der Visionen einer digitalen Schulen von morgen kann nicht mit der Infrastruktur von gestern gelingen,” so Torben Krauß von der Bundesschülerkonferenz

Joshi und Brian, die bayerische Delegation in Berlin

Schule muss Medienkompetenz vermitteln
Damit der Umgang mit digitalen Endgeräten und digitalen Medien reibungslos und sicher ablaufen kann, ist auch die entsprechende Kompetenz im Umgang mit diesen erforderlich. Dazu fordert die Bundesschülerkonferenz eine verpflichtende Implementierung von
Medienbildung und -kompetenzvermittlung für Schülerinen und Schüler in die Lehrpläne. Lehrerfortbildung für die digitale Mediennutzung essentiell
Die Bundesschülerkonferenz fordert verpflichtende schulinterne Fortbildungen im Bereich der Medienkompetenz und deren Vermittlung für Lehrkräfte. Hierbei ist darauf zu achten, dass alle Lehrkörper ohne große bürokratische Aufwände, finanziell unterstützend und vor Ort Möglichkeiten bekommen, weitreichende digitale Kompetenzen zu erlernen. Dabei braucht es aus Sicht der Bundesschülerkonferenz eine Zusammenführung aus dem Vorhandensein von Endgeräten und der Kompetenz, diese zielorientiert nutzen zu können.

Internationaler Austausch auf europäischer Ebene
In einer digitaler Telefonkonferenz trat die Bundesschülerkonferenz in einen allgemeinen Austausch mit der Aktion kritischer SchülerInnen, einer Schülervertretungsorganisation in Österreich. Dabei ging es unter anderem um die Struktur der Gremien und deren Arbeitsweise. Des Weiteren wurden gemeinsame Projektvorstellungen einer internationalen
Konferenz erarbeitet.

Kooperation im Bereich nachhaltige Bildung
Die Bundesschülerkonferenz hat die Relevanz von “Bildung für nachhaltige Entwicklung” festgestellt und plant ab sofort mit dem Jugendbeteiligungsgremium “youpaN” inhaltlich zusammenarbeiten. Dazu wird es voraussichtlich auf der Plenartagung im Oktober einen inhaltlichen Input geben.

Mit Maske und Abstand: Die TeilnehmerInnen der BSK in Berlin

Berufliche Orientierung stärken
Berufliche Bildung und Berufsorientierung stellen das Fundament des weiteren Lebenswegs nach dem Schulbesuch dar. Schüler aller Schularten in Deutschland sollten obligatorisch an verschiedenste Berufsfelder herangeführt werden. Die Bundesschülerkonferenz begrüßt daher die verpflichtenden Praktika für Schüler, die in unterschiedlichen Ausführungen durchgeführt werden. Gute Berufliche Orientierung erfordert Zeit. Der zeitliche Aufwand für Berufspraktika soll erhöht und Zeit im Unterricht für eine Evaluation zusätzlich aufgebracht
werden.

Berufliche Bildung breiter aufstellen
Um eine praxisnahe Berufsorientierung sicherzustellen, spricht sich die
Bundesschülerkonferenz für regelmäßige und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schule angepasste Vernetzungstreffen zwischen Vertretern aus der Schulgemeinschaft und Vertretern der regionalen und überregionalen Wirtschaft, sowie weiteren Akteuren des gesamten Feldes der Beruflichen Orientierung aus. “Alle Schulen jeglicher Schulformen müssen ihren Schülern mehr Möglichkeiten für eine breitgefächerte Berufsorientierung bieten,” so Jan Zinal, Innenkoordinator der Bundeschülerkonferenz.