Der Landesschülerrat zeigt sich besorgt aufgrund der jüngsten Kabinettsbeschlüsse

München – Mit Sorge nahm der Landesschülerrat die Beschlüsse der Staatsregierung auf, trotz steigender Inzidenzwerte alle bisher im Distanzunterricht verbliebenen Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen ab dem 15.03.2021 bis zu einem Wert von 100 in den Wechselunterricht zu schicken.
Gerade in den Grenzregionen zu Tschechien und Österreich drohen nun viele Schulen noch länger geschlossen zu bleiben, da sich besonders dort die Infektionslage weiter zuspitzt und keine Besserung in Sicht scheint. Infolgedessen genießen Schüler:innen der Abschlussklassen in weniger stark betroffenen Landstrichen eine weitaus bessere Prüfungsvorbereitung als jene, welche aufgrund der Situation vor Ort weiterhin von zu Hause aus lernen müssen. Dieser Zustand gefährdet auf Dauer den Gleichheitsgrundsatz.



Der Landesschülerrat sieht eine Rückkehr in die Schulen als wichtiges Ziel, allerdings muss dies gerade an einem derart sensiblen Punkt in der Pandemie schrittweise passieren. Statt alle verbliebenen Jahrgangsstufen gleichzeitig in den Wechselunterricht zu schicken, wäre eine Priorisierung und Differenzierung je nach Situation und Bedürfnissen dringend nötig gewesen. Der Wechselunterricht in den unteren Jahrgangsstufen stellt einen Gewinn dar, während er bei älteren Schüler:innen vor allem
einen Verlust an Unterrichtsqualität bedeutet, da die bayerischen Klassenzimmer immer noch nicht flächendeckend für den Hybridunterricht ausgestattet sind.

Alle Jahrgangsstufen gleichzeitig zurückzuschicken, hätte zudem dringend ein allumfassendes und
ausgereiftes Hygieneschutzkonzept vorausgesetzt. Leider jedoch gibt es immer noch weder eine Pflicht für alle Schüler:innen, zum Tragen einer medizinische Maske zu tragen, noch wurde die Teststrategie an allen bayerischen Schulen wie vorgesehen umgesetzt. ,,In nahezu allen Bereichen des Lebens sind mindestens OP-Masken der Standart, nur ausgerechnet in der Schule nicht. Das ist völlig unverständlich.“, meint Adam Al-Jaisani, stellvertretender Landesschülersprecher der Förderschulen in
Bayern. Viele Klassenzimmer sind noch nicht mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet und zusätzliche Beförderungsangebote im ÖPNV hängen immer noch von den Kapazitäten der Fuhrunternehmen vor Ort ab. Eine Durchmischung aller Jahrgangsstufen in engen Bussen und Bahnen wird dadurch unausweichlich. Ebenso fraglich bleibt die Gewährleistung der Abstände im Schulgebäude und dort, wo viele Schüler:innen aufeinander treffen. Nevio Zuber, stellvertretender Landesschülersprecher der
Gymnasien dazu: ,,Nur wenn alle Aspekte des Gesundheitsschutzes beachtet werden, haben die Schulfamilien vor Ort einen Ausreichenden Schutz. Das beste Hygienekonzept im Klassenzimmer ist nutzlos, wenn man sich hinterher in vollbesetzten, stickigen Bussen infiziert.“

Die Maßnahmen der Bayerischen Staatsregierung kommen aus Sicht des Landesschülerrates deutlich zu früh und können bisher hart erkämpfte Fortschritte in der Pandemiebekämpfung schnell wieder zunichtemachen. Um dem vorzubeugen, hoffen wir insbesondere beim Hygieneschutz auf deutliche Verbesserungen bis zum 15.März, um die Gesundheit der Mitglieder der Schulfamilie nicht unnötig zu gefährden und der dritten Welle keinen vermeidbaren Schub zu geben.