Positionspapier Februar 2022 – Der Landesschülerrat nimmt Stellung zur aktuellen pandemischen Lage

München immer mehr Schüler:innen erheben ihre Stimme. Auch der Landesschülerrat in Bayern sieht einige Entwicklungen kritisch und drängt zu schnellem und entschlossenem Handeln.  

Zunächst spricht sich der Landesschülerrat dafür aus, mehr in den Diskurs mit den Schüler:innen zu treten und weniger über sie zu reden, da diese die direkt Betroffenen von den für die Schulen getroffenen Maßnahmen sind. 

Folgende Aspekte sind hierbei für die Schülerschaft von zentraler Bedeutung:  

Wie in der vergangenen Pressemitteilung (02/22) bereits betont, müssen die Lernbedingungen den steigenden Zahlen von Schüler:innen, die entweder aufgrund einer Infektion oder  Quarantänemaßnahmen nicht am Unterrichtsgeschehen in Präsenz an den Schulen teilnehmen  können, angepasst werden. Nur so ist eine faire und zumutbare Lernatmosphäre geschaffen. Daher fordert der Landesschülerrat den Ausbau von Streamingangeboten und das Bereitstellen der Unterrichtsmaterialien auf Plattformen wie beispielsweise mebis. Dies ist insbesondere auch für die Abschlussjahrgänge von zentraler Bedeutung, da Leistungserhebungen wie Abschlussprüfungen unabhängig davon, ob oder in welchem Umfang die Schüler:innen am Unterrichtsgeschehen in Präsenz teilnehmen konnten, geschrieben werden müssen. 

In Bezug auf jegliche Leistungserhebung erwartet der Landesschülerrat eine  aussagekräftige Kommunikation in Bezug auf etwaige Anpassungen, um den Schüler:innen so die Ungewissheit zu nehmen.  

Unsicherheit besteht auch hinsichtlich der Sicherheit der Schüler:innen in den Schulen. Um  diese gewährleisten zu können, bedarf es einer FFP2-Maskenpflicht für die Jahrgänge 10-12/13,  besserer und sensitiverer Schnelltests, eines rascheren, langfristig gedachten Ausbaus der PCR-Pooltestungen und vermehrter Luftfilteranlagen. Darüber hinaus erachtet der Landesschülerrat es für sinnvoll, Schüler:innen aus finanziell schwächeren Familien FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Landesschülerrat ist sich der Tatsache bewusst, dass diese Maßnahmen eines gewissen logistischen und organisatorischen Aufwands bedürfen und fordert daher eine Beschleunigung der Bemühungen. 

Darüber hinaus möchte der Landesschülerrat darauf hinweisen, dass schon jetzt  Vorbereitungen für eine potentielle nächste Welle getroffen werden müssen. 

In Bezug auf die derzeit polarisierende Petition #WirWerdenLaut nimmt der Landesschülerrat  insofern Stellung, als dass, wie zuvor dargelegt, bestimmte Positionen deckungsgleich sind, jedoch einige Maßnahmen in ihrer Radikalität aus realistischer Sicht nicht mitgetragen werden können. 

Auch nimmt der Landesschülerrat Stellung zu den neu verordneten Quarantänevorgaben des Kultusministeriums. Eine mögliches Infektionsgeschehen in den Klassenzimmern zuzulassen, schürt nicht nur die Ängste der Schüler:innen sondern macht den vom Kultusministerium als sicher angepriesenen Ort zu einem potentiellen Herd für große Ausbreitungen. Um den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten und allen Schüler:innen die Möglichkeit zu geben, auch in Quarantäne zu lernen und Teil der Schulgeschehens zu sein, müssen also entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.